Der Seniorenbeirat VG Kirchberg warnt vor Enkeltrick-Betrügern

Immer wieder warnt der Sicherheitsberater Harald Kaspar vor dem Enkeltrick, dennoch reißen die Anrufe bei den meist älteren Mitbürgerinnen und Mit­bürgern nicht ab. Bereits im ersten Halbjahr 2015 registrierte die Polizei in Rheinland-Pfalz 615 Fälle mit einem Gesamtschaden von 302.000 Euro. Ein Ver­gleich zum gesamten Vorjahr mit insgesamt 765 Fällen und einer Schadens­summe von 493.000 Euro zeigt, dass die Fallzahlen dieser besonders perfiden Form des Betruges massiv steigen. Daher ist zu besonderer Wachsamkeit ge­raten, denn nur dank der Aufmerksamkeit der Senioren und deren Angehörigen blieb es dieses Jahr in 598 Fällen beim Versuch.

 

Die Vorgehensweise ist immer dieselbe: „Rate Mal, wer hier am Telefon ist." So oder ähnlich melden sich Enkeltrickbetrüger. Sie geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und täuschen eine finanzielle Notlage vor. Entweder wird ein Unfall als Grund aufgeführt oder der Kauf einer Immobilie oder eines Autos erfor­dere die sofortige Zahlung eines hohen Geldbetrages. Die Lage wird immer als äu­ßerst dringlich dargestellt. Durch wiederholte Anrufe werden die Opfer zusätzlich unter Druck gesetzt. Der angebliche Enkel gibt an, dass jemand anderes das Geld abholen kommt, weil er selbst verhindert sei.

 

Der Enkeltrick wird von Banden mit klar verteilten Rollen begangen. Der Anrufer sitzt oft im Ausland. Ein Logistiker koordiniert die Tätergruppen, die bereits mit einem PKW in der zuvor festgelegten Region sind. Die Gruppe hat die Aufgabe, das An­wesen des potentiellen Opfers zu überwachen, ob möglicherweise die Polizei vor Ort erscheint. Zudem beobachtet sie das Opfer auf dem Weg zur Bank. Denn wenn der Betroffene die geforderte Summe Zuhause nicht parat hat, wird er gebeten, unver­züglich seine Bank aufzusuchen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten wer­den die Opfer sogar instruiert, wie sie sich zu verhalten haben, wenn Bankangestellte nachfragen oder das Geld nicht auszahlen wollen.

 

Die folgenden wichtigen Vorsichtsmaßnahmen gilt es zu beachten, damit die Täter erst gar keine Chance erhalten:

 

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

 

Die Polizei bittet darum, dass auch Verwandte, Freunde und Bekannte ihre Angehöri­gen über diese Art des Betruges informieren und ihnen nach Möglichkeit ein Merk­blatt oder eine Broschüre zu diesem Phänomen aushändigen.

Die Broschüre „Nicht mit uns – mehr Sicherheit im Alter!“, die man im Internet unter www.polizei.rlp.de (unter Vorbeugung – Projekte) kostenfrei herunterladen kann, ent­hält neben einer detaillierten Beschreibung des Enkeltricks zusätzliche Informationen über weitere betrügerische Maschen sowie Ratschläge zum Schutz vor solchen Straftaten. Außerdem findet der Leser Hinweise auf zahlreiche bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote von Polizei, Justiz und gemeinnützige Einrichtungen.

 

Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Banken und Geldinstituten gibt es entsprechende Handlungsempfehlungen. Ein entsprechendes Infoblatt finden Sie im Medienangebot der Polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de

 

 

Einen Vortrag über aktuelle Sicherheitsthemen können Sie gerne bei unserem Sicherheitsberater für Senioren Harald Kaspar buchen.