Der Seniorenbeirat warnt vor Schäden durch "Heilmittel" MMS

Bei zwei überprüften Produkten - MMS ("Miracle Mineral Supplement") und MMS2 - bestehe der "begründete Verdacht", dass sie "bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein vertretbares Maß hinausgehen". Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestern in Bonn mit.

Die MMS-Lösung und die MMS2-Kapseln werden im Internet zusammen mit einer Säure angeboten und ergeben vermischt damit die Chemikalie Chlordioxid (ClO2). Nach Einnahme von MMS waren schwere gesundheitliche Schäden gemeldet worden.

Das BfArM stuft die Produkte als "bedenklich" und als zulassungspflichtige Arzneimittel ein, genauer: als Präsentationsarzneimittel, die eindeutige Heilversprechen machen. Sie dürfen ab sofort bundesweit nur in den Verkehr gebracht werden, wenn ein Zulassungsverfahren ihre Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit belegt hat. Die Länderbehörden können nun Maßnahmen zum Schutz der Patienten einleiten und etwa die Einfuhr und den Vertrieb der Produkte untersagen. MMS wird im Netz als Mittel angepriesen, das angeblich Krebs, Hepatitis, Malaria oder chronische Infektionen heilen soll.

Behörden in Amerika, Kanada, Frankreich und Deutschland warnen schon lange vor MMS. Dort wurden nach Einnahme von MMS unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Nierenversagen, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen beobachtet.

Harald Kaspar, Sicherheitsberater für Senioren warnt: Erhebliche Gesundheitsgefahr

Natriumchlorit ist giftig, 25-200 mg pro Kilogramm Körpergewicht können tödlich sein. Chlordioxid ist sehr giftig, schon weniger als 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht können zum Tod führen.

Die Werbung wie auch die Homepage des "Erfinders" Jim Humble versprechen wahre Wunder: "Für AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose, die meisten Krebsformen und viele weitere ernste Erkrankungen gibt es nun eine Lösung. Zahlreiche Krankheiten lassen sich jetzt erfolgreich bekämpfen….." Tatsächlich gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die irgendeine positive Wirkung von MMS belegt und auch für Jim Humbles zahlreiche "Erfahrungsberichte" finden sich keinerlei Nachweise.

Zehn Indizien für Quacksalberei

Der Verdacht auf Quacksalberei ist umso dringender, meint Harald Kaspar, je mehr der folgenden zehn Punkte bzw. Behauptungen der Vermarkter und Anwender zutreffen. MMS kommt nach dieser Bewertung auf 9 Punkte:

  • exotische Herkunft *
  • soll heilen, wo Schulmedizin versagt
  • viele Erfahrungen, aber keine Studien
  •  gegen sehr viele Krankheiten
  • Besserung ist stets Erfolg des Mittels
  • ist an einzelne Personen gebunden
  •  soll keine Nebenwirkungen haben
  • kompliziert in der Anwendung
  • obwohl lange bekannt, nie offiziell anerkannt
  • unverständlich, warum nicht zugelassen

*) MMS an sich ist nicht exotisch, nur seine Erfindung geschah in Afrika.

Ausführliche Infos und ein Video gibt es unter folgendem Link:

http://spon.de/vfN87