Handtaschenraub im Hunsrück

 

Typisch für einen Handtaschenraub ist das Überraschungsmoment: Eine Handtasche oder ein ähnliches Behältnis wird dem Opfer mit Gewalt entrissen.

Dabei ist entweder pure Körperkraft im Spiel - oder der Täter setzt "auf den schnellen Zugriff" beim Vorbeilaufen, vom Fahrrad, motorisierten Zweirad oder auch von Inlineskates aus. Handtaschenräuber sind überwiegend Kinder, Jugendliche und männliche Heranwachsende. Ihr Motiv: Quasi "mit einem Griff" an Geld zu kommen.

Die Räuber schlagen häufig in der Dunkelheit zu. Ihre Opfer sind in erster Linie ältere Frauen, die allein zu Fuß unterwegs sind.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist im Jahr 2013 für Handtaschenraub eine rückläufige Tendenz aus: Es wurden 2.796 Fälle erfasst, 2012 waren es 3.395.Wie der Straßenraub erweist sich auch der Handtaschenraub überwiegend als ein Delikt der Großstädte.

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen belief sich im Jahr 2013 auf 934 Personen. Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden (unter 21 Jahre: 478 Personen) unter den Tatverdächtigen ist mit 51,2 Prozent überproportional hoch. 89,3 Prozent der Tatverdächtigen sind männlich.

Beim Handtaschenraub lag der materielle Schaden insgesamt bei 1.075.416 Euro (2.214 vollendete Fälle).Rund die Hälfte der Opfer eines Handtaschenraubes war bereits 60 Jahre oder älter und meist weiblich.

 

4 Tipps und Verhaltensweisen gegen Handtaschenräuber gibt Ihnen Harald Kaspar, Sicherheitsberater in der Verbandsgemeinde Kirchberg mit auf den Weg.


Grundsätzlich gelten beim Handtaschenraub die gleichen Verhaltenstipps wie für den Straßenraub; doch gilt zusätzlich Folgendes zu beachten:

  1. Prüfen Sie, ob Sie wirklich eine Handtasche mitnehmen müssen.
  2. Tragen Sie Ihre Handtasche möglichst eingeklemmt unter dem Arm auf der der Fahrbahn abgewandten Seite oder nutzen Sie einen Schulterriemen. Lassen Sie Ihre Handtasche nie unbeaufsichtigt oder für den Täter rasch erreichbar zurück, zum Beispiel am Einkaufswagen, über der Stuhllehne in Gaststätten usw.
  3. Tragen Sie Ausweispapiere, Bargeld, Kreditkarten etc. stets verteilt in den Innentaschen der Kleidung dicht am Körper. Alternativ bieten sich dafür Gürteltaschen und Brustbeutel an. Zudem besteht die Möglichkeit, nachträglich Innentaschen einzunähen.
  4. Leisten Sie Widerstand nur dann, wenn Sie sich dem Täter gegenüber körperlich überlegen fühlen und eine reelle Erfolgsaussicht besteht. Gerade als älterer Mensch könnten Ihnen bei aktiver Gegenwehr durch massive Gewaltanwendung oder durch einen Sturz erhebliche Gesundheitsschäden drohen.

Harald Kaspar rät: Sollten Sie Opfer einer Raubstraftat werden, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Prägen Sie sich nach Möglichkeit den oder die Täter und den Handlungsablauf genau ein. Bitten Sie Passanten und andere Beobachter der Straftat, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen; notieren Sie sich deren Personalien und informieren Sie nach der Tat unverzüglich die Polizei.

Und noch eins: Führen Sie keine Waffen oder Abwehrgeräte mit, da der Täter in einer solchen Situation seine Gewaltbereitschaft bzw. Aggressivität noch weiter steigern könnte.