Vorsicht vor dubiosen Geldeintreibern

Die Interessengemeinschaft Seniorenbeirat VG Kirchberg warnt vor falschen Rechtsanwälten und Inkassobüros.

 

Vor Zahlungsaufforderungen falscher Anwaltskanzleien und Inkassounternehmen warnt Harald Kaspar Seniorensicherheitsberater in der Verbandsgemeinde Kirchberg. Die Absender nennen sich zum Beispiel Rechtsanwaltskanzlei Steinhauer, Rechtsanwaltskanzlei Lepère, Zentral Inkasso oder ZFM Zentral Forderung Management. Mit den Schreiben wollen sie zweifelhafte Forderungen aus Gewinnspieldiensten eintreiben. „Wer sich gegen die Forderung wehren will, hat Probleme, die entsprechenden Büros zu erreichen“, weiß Harald Kaspar. „Die in den Briefen genannten Straßennamen sind frei erfunden. Post kommt als unzustellbar zurück.“ Über die angegebenen Telefon- und Faxnummern ist niemand zu erreichen. Die Anwälte und Inkassounternehmen tauchen in den amtlichen Verzeichnissen gar nicht auf.

Die Forderungsschreiben erscheinen auf den ersten Blick seriös. Die Absender fordern dazu auf, Beträge zwischen 100 und 300 Euro auf ein privates Konto in Deutschland oder Bulgarien zu überweisen.

Harald Kaspar rät, solche Schreiben und angebliche Forderungen sehr kritisch zu prüfen. „Nur Rechnungen aus wirksam geschlossenen Verträgen müssen bezahlt werden“. Betroffene können sich in den amtlichen Rechtsanwalts- und Inkasso-Verzeichnissen im Internet darüber informieren, ob die Absender glaubwürdig sind. Alle in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte sind in der Datenbank der Bundesrechtsanwaltskammer unter der Adresse www.rechtsanwaltsregister.org zu finden. Unter der Adresse www.rechtsdienstleistungsregister.de werden im Auftrag des Bundes und der Länder zugelassene Inkassounternehmen verzeichnet.

Individuell beraten die örtlichen Beratungsstellen und Stützpunkte der Verbraucherzentrale nach Terminvereinbarung unter 06131/28 48 0. Telefonischen Rechtsrat erhalten Betroffene montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr am landesweiten Beratungstelefon der Verbraucherzentrale unter 09001 77 80 80 1. Der Anruf kostet 1,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Tarife aus den Mobilfunknetzen können abweichen. Mit den Telefongebühren sind die Kosten für die Beratung beglichen.

Mein Tip: grundsätzlich, unberechtigten Forderungen möglichst per Fax oder Brief zu widersprechen und nicht zu zahlen, wenn keine Leistung in Anspruch genommen wurde. Einen Musterbrief erhalten Betroffene in den örtlichen Beratungsstellen und Stützpunkten der Verbraucherzentrale sowie im Internet unter www.vz-rlp.de/musterbrief-inkasso. Wer hinter einem bestimmten Schreiben einen Betrug vermutet, kann diesen bei der Polizei anzeigen.